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Plattform Virtualisierung

Plattform Virtualisierung wird erzeugt indem auf einem Host System eine Steuer-Software gestartet wird, die ein Rechnersystem simuliert (=Virtual Machine) auf der eine Guest Software abläuft. Die Guest Software ist meistens ein Betriebssystem.
Es gibt eine Reihe verschiedener Techniken zur Realisierung virtueller Maschinen:
Emulation oder Simulation
Die Virtuelle Maschine simuliert die Hardware damit ein unmodifizierter Guest (für eine möglicherweise andere CPU) darauf ablaufen kann. Diese Technik wurde oft verwendet um die Software Erstellung zu ermöglichen bevor die Prozessoren verfügbar waren. Wichtige Vertreter solcher Programme sind Bochs oder QEMU.
Native Virtualisierung und volle Virtualisierung
Die Virtuelle Maschine simuliert genug Hardware um einen unmodifizierten Guest ablaufen zu lassen. Die simulierte CPU stimmt mit der Host-CPU überein. Die Simulation befasst sich vor allem mit der Emulation der Ring 0 Instruktionen. Wichtige Vertreter dieser Software sind: VirtualBox, Virtual PC, VMware Workstation, VMware Server, Win4Lin.
Hardware unterstützte Virtualisierung
Die einzelne Virtuelle Maschine hat die eigene Hardware und läuft in völliger Isolation. Die Anzahl virtueller Maschinen ist nur von der Hardware des Host Systems begrenzt. Seit 2006 haben gewisse Intel Prozessoren die VT und AMD Prozessoren die Pacifica Erweiterung damit ist die Hardware Virtualisierung möglich. Wichtige Vertreter dieser Software sind: XEN, KVM, VMWARE Fusion, Parallels Workstation.
Paravirtualisierung
Hier wird keine Hardware simuliert. Das Host Betriebssystem stellt ein spezielles Betriebssystem-API zur Verfügung. Die Betriebssysteme müssen auf dieses API angepasst werden. Wichtige Vertreter dieser Software sind: XEN, z/VM.
Virtualisierung auf Betriebssystem Ebene
Dabei sind mehrere virtuelle Server unter dem gleichen Betriebssystem möglich. Die einzelnen virtuellen Server laufen in einer isolierten Umgebung. Wichtige Vertreter dieser Software sind: OpenVZ, Virtuozzo, Linux-Vserver, FreeBSD Jails.
Anwendungs Virtualisierung
Anwendungsprogramme die in einer eigenen Umgebung ablaufen (mit eigenen Betriebsmitteln). Ein Beispiel dafür ist die JVM.
Kapselung von Anwendungen
Wenn es nur darum geht bestimmte Anwendungen gegen unerwünschtes Verhalten abzusichern so kann anstatt einer Virtualisierungs-Software auch zum Beispiel AppArmor verwendet werden. AppArmor ist in SUSE Linux enthalten und ist ein Sicherheitswerkzeug, entwickelt um Sie mit einem einfach zu benutzenden, starken Sicherheitsrahmenwerk für ihre Anwendungen zu versorgen. AppArmor schützt das System und die Anwendungen aktiv vor externen und internen Bedrohungen, sogar vor Zero-Day-Attacken, indem es ein gutartiges Programmverhalten erzwingt und die Ausnutzung unbekannter Programmschlupflöcher verhindert. AppArmor Sicherheitsrichtlinien, auch Profile genannt, definieren komplett, auf welche Systemmittel eine Anwendung zugreifen darf und welche Rechte sie dabei besitzt. Einige Standardprofile sind schon in AppArmor enthalten und benutzen eine Kombination aus fortgeschrittenen statischen Analysen und lernbasierten Werkzeugen. AppArmor-Profile können gerade für sehr komplexe Anwendungen innerhalb weniger Stunden erfolgreich erstellt werden.

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Hans-Peter Oser 2007-10-30